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Engagement  -  20 Jahre Förderkreis

14. November 2017

Vortrag: "Carl-Alexander von

Sachsen-Weimar-Eisenach -

standesbewusster Aristokrat

und toleranter Weltbürger"

Referentin: Dipl. phil. Jutta Krauß,

Wartburg-Stiftung Eisenach 

Ort: Hotel "Gockenhof" Eisenach

Zeit: 19 Uhr

14. Dezember 2017

Vorweihnachtliches Beisammensein

der Mitglieder

Ort: Hotel "Glockenhof" Eisenach

Zeit: 18 Uhr

 
zum Herunterladen der Rede das Bild anklicken

20 Jahre Förderkreis

Eröffnungsrede zum 20-jährigen Jubiläum des Förderkreises zur Erhaltung Eisenachs vom 23.April 2010
Stephana Klimpt, Vorsitzende
 
20 Jahre Förderkreis eine kritische Hinterfragung unserer gegenwärtigen Situation:
Da ich erst seit 2009 Mitglied im Verein bin und zuvor nur themenbedingt als Sachverständige tätig war, steht mir nicht zu, Rückschau halten, das wird im Anschluss geschehen.  
Zunächst möchte ich Frau Ingrid Pfeiffer, die diesen Verein bis Ende 2008 geleitet hat, meinen Dank und meine Hochachtung entgegenbringen und ich denke, damit im Namen der hier Versammelten zu sprechen. Vor allem ihren unermüdlichen Engagement haben wir es zu danken, dass dieser Verein nun seit 20 Jahren seine Spuren hinterlässt. Spuren, die selten zu sehen sind, weil es oft genug darum ging, etwas nachteilig Auffälliges im Stadtbild zu verhindern oder Gebäude vor dem Abriss zu bewahren. Unsichtbare Spuren, die schmerzhaft wahrgenommen werden, wenn sie lautlos verhallt sind.  
 

Mit der Wahl des neuen Vorstandes 2009 waren verschiedene Hoffnungen und Ziele verbunden. Zum einen sollte die vielfältige Arbeit des Vereins fortgeführt werden, vor allem der Einsatz für mehr Transparenz bei baupolitischen Entscheidungen und für eine offene kritische Auseinandersetzung mit den Fragen der Baukultur, zum anderen hatten wir uns vorgenommen, die Kommunikation und Zusammenarbeit mit Vertretern der städtischen Verwaltung, die stellenweise ins Stocken geraten war, wieder neu zu beleben, wir wollten und wollen integrieren statt polarisieren.  
 

Wie steht es um Transparenz und Mitsprache bei baupolitischen Fragen, insbesondere wenn es um den städtebaulichen Denkmalschutz geht? Die Baukultur wurde aus dem Kulturbeirat ausgelagert, damit auch die Teilnahme eines Vertreters unseres Vereins verhindert. Im Denkmalbeirat erhielten wir keine Stimme. Seit 2007 ist unser Verein in der Arbeitsgruppe „Tor zur Stadt“ vertreten. Die Partei „Die Linke“ hat 2009 dafür gesorgt, dass wir beratend im Bauausschuss tätig sein können, obwohl oder gerade weil wir stets unsere politische Unabhängig wahren. Für dieses Vertrauen möchte ich an dieser Stelle noch einmal danken.  Woran liegt es, dass nun unser Verein, personifiziert auf meine Person mehr denn je in ein Kreuzfeuer statt in eine sachliche Diskussion geraten ist? Stadtentwicklung lebt vom Miteinander des Überlieferten und den Anforderungen an eine gegenwärtige und zukünftige Lebensweise. Die Interessenlagen bei Bauvorhaben sind so verschieden, wie die Personen, die darüber zu befinden haben. Eine verantwortungsbewusste Entscheidung kann erst getroffen werden, wenn alle relevanten Informationen, auch die den Denkmalschutz betreffenden rechtzeitig auf den Tisch kommen.  
 

Warum legen wir so großen Wert auf städtebaulichen Denkmalschutz?
Die Identität unserer Stadt ist über lange Zeiträume entstanden. Aus den baulichen und kulturellen Überlieferungen entwickelt sich das Leitbild für die Stadt. Denkmalschutz ist deshalb eine wesentliche Grundlage der Stadtentwicklung und Baukultur.
 

Das wurde in den 90er Jahren von den damals Verantwortlichen der Bauverwaltung auch so gesehen. Mit verschiedenen Gestaltungs- und Erhaltungs- Satzungen, die bis 2002 verabschiedet wurden und der Ausweisung von Flächendenkmalen wurden nicht nur Rechtsinstrumente geschaffen, sondern bekannte man sich auch dazu, die Identität der Stadt zu schützen und zu fördern. Diese selbst geschaffenen gesetzlichen Grundlagen werden in jüngster Zeit häufig umgangen oder negiert.
Gesetze und Satzungen können sicher im Einzelfall modifiziert werden, aber die Entscheidungen sollten für den Bürger transparent sein, die Interessen des Einzelnen dürfen nicht zu Lasten der Gemeinschaft gehen. 
 
Satzungen bieten keine Garantie für gestalterische Qualität im Einzelbauvorhaben, das ist richtig. Deshalb fordern wir auch seit Jahren einen fachlich kompetent besetzten und unabhängigen Gestaltungsbeirat. Ich möchte ein Missverständnis klären, da mir von offizieller Seite Anmaßung und mangelnde Fachkompetenz nachgesagt wird. Wir und ich sehe mich auch als Sprecher des Vereins haben kein allgemeingültiges Rezept zur Bewertung von Qualität und Baukultur wie alle anderen, die sich damit beschäftigen.
Wir vertreten gleichwohl die für einige anmaßende Überzeugung, dass die Art und Weise der Rücksichtnahme auf gewachsene Strukturen ein wesentliches Kriterium für Qualität ist, dass die Erhaltung städtebaulicher Strukturen die Integrität eines nicht zu ersetzenden Wertesystems fördert. 
 

Unser Verein bemüht sich seit seiner Gründung um fachliche Kompetenz, sucht den Blick über die Grenzen, fragt nach: wie machen es andere Städte? Was können wir für unsere Stadt daraus lernen? Und wir stehen durchaus nicht allein mit unseren Auffassungen.
 

Schauen wir z.B. auf die vor wenigen Wochen in Düsseldorf stattgefundene Konferenz zum Thema "Schönheit und Lebensfähigkeit der Stadt“ unter Schirmherrschaft der Oberbürgermeisterin von Frankfurt/M. Dort wurden Thesen diskutiert wie:

  • Architektur muss wieder lernen, sich dem Kontext anzuschließen und ihn zu vervollständigen, um schöne Stadtbilder zu schaffen.
  • Stadtstraße als ein multifunktionaler und interessanter Aufenthaltsort. 
  • Einzelhandel und das Kleingewerbe sind die Träger einer lebendigen Stadtkultur

 
Bleiben wir in Eisenach. Hilfreich zur Seite bei Stellungnahmen zum Baugeschehen steht uns unser Sachverständigenbeirat. Wertvolle Informationen und Fachvorträge stellen wir mit unserer Vortragsreihe kostenlos der Öffentlichkeit zur Verfügung, ermöglicht durch die Großzügigkeit der Redner oder durch Spendenaufkommen. Viele hochrangige Fachkräfte, erfolgreiche Stadtplaner waren schon in Eisenach zu Gast, haben Hilfe geboten. Denken wir an die Tagung der Expertengruppe städtebaulicher Denkmalschutz 2007, die eine sehr aufschlussreiche Analyse zur städtebaulichen Situation der Stadt Eisenach überreicht hatte. Erinnern möchte ich an gemeinsam mit anderen Vereinen organisierte Veranstaltungen wie das Podiumsgespräch zum Thema Baukultur im vergangenen Jahr oder die Veranstaltung im Januar dieses Jahres zum Thema „Innerstädtische Verkehrs-
konzepte“.  Reflektieren wir den Alltag müssen wir feststellen, dass diese vielen Informationen, Anregungen, Impulse, diese Rufe in Eisenach lautlos verhallen ohne auch nur die leiseste Spur zu hinterlassen.
 

Ich stelle die Frage in den Raum:
Braucht die Stadt ein Podium, wo sich Bürger über öffentliche Bauvorhaben nicht nur informieren können, sondern auch motiviert werden, zu diskutieren oder gar mitzugestalten. Und wenn ja, von wem wäre das gewollt?
Kann unser oder überhaupt ein Verein ein solches Podium sein? 
Erst vor ein paar Tagen erreichte den Förderkreis ein Brief, u.a. mit den Fragen: wieso haben sie nicht diesen Kubus auf der Marienhöhe oder die monströse Kaufhalle an der Lippoldstraße verhindert? 
Mein Eindruck ist, viele Bürger verlassen sich darauf, dass der Förderkreis zu Bauvorhaben Stellung bezieht, öffentlich über die Presse, so findet Bürgerinformation gegenwärtig statt. 
Wer aber ist unser Verein? Was können wir leisten? Und welche Verantwortung steht dahinter! Die jahrelange engagierte Arbeit von Frau Pfeiffer entsprach einer unbezahlten Vollzeitarbeitsstelle. Wir suchen nach Wegen, wie diese Arbeit fortgeführt werden und wer sie leisten kann.  Wir sind zu wenig, das mussten wir schmerzhaft bei einigen Aktionen feststellen, denken wir nur an die Auflösung des Eisenacher Musiktheaters. Stadtkultur, Stadtgestaltung leben für und durch die Aktivitäten seiner Mitbürger.

Wenn sich hier mehr und mehr engagierte Kulturbürger zurückziehen, resigniert ihr Verantwortungsgefühl gegenüber der Gemeinschaft aufkündigen, stellt sich die Frage nach den Ursachen. Wir meinen, dass Engagement für den Erhalt und die Zukunft der Stadt eine uns alle verbindende Aufgabe sein könnte. Stadtentwicklung, städtebaulicher Denkmalschutz sind etwas sehr komplexes, sie erfordern Demut gegenüber Vergangenem und visionäres Denken zugleich, vor allem aber Leidenschaft und Herzblut für diese Stadt. Aus der Kraft der Herkunft, dem notwendigen Gefühl der Identität beziehen die Menschen ihren Handlungsauftrag, ihr Verantwortungsgefühl sich für ihre Stadt uneigennützig einzusetzen. Die Gestaltung der Zukunft beginnt vor unserer Haustür immer mit dem Blick und der Verantwortung für ein großes Ganzes, für nachfolgende Generationen, die mit diesen unseren heutigen Entscheidungen leben müssen.
 

Wünschen wir uns und unserer Stadt viele aktive Mitgestalter. Dass wir heute in dieser traditionsreichen Schule das Jubiläum begehen dürfen ist auch ein Zeichen der Hoffnung, mehr junge Menschen für die Gestaltung ihres zukünftigen Umfeldes zu gewinnen. Lassen sie uns gemeinsam das scheinbar Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.
 

Herzlichen Dank für ihre Aufmerksamkeit!

Förderkreis zur Erhaltung Eisenachs e.V.
 
Lutherstraße 28
99817 Eisenach
 
E-Mail: info@fzee.de
 
Bankverbindung:
Wartburg-Sparkasse Eisenach
IBAN: DE 30 8405 5050 0000 0393 49
BIC: HELADEF1WAK
 
 
 
Freundeskreis „KarlsPlatzSchaffen“

 
info@karlsplatzschaffen.de
www.karlsplatzschaffen.de
 
Wir bitten um Spenden unter dem Stichwort „Spende Karlsplatz“:
 
Wartburg-Sparkasse Eisenach
IBAN: DE 57 8405 5050 0000 0020 03
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Verwendungszweck:
18000 VW
 
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